Herausforderungen im Blackfoot-Hochseilgarten

Einen Ausflug in den Blackfoot-Hochseilgarten in Köln-Seeberg! Den konnten wir am Wochenende dank der Unterstützung durch „wir helfen“ – einer Aktion des Kölner Stadtanzeigers – mit einigen unserer Kinder unternehmen.

Dabei war der Hochseilgarten nicht nur für die Kinder eine Herausforderung, sondern auch für unseren „hauseigenen“ Diplom-Sportler bei der Paria Stiftung. Der hatte zuvor noch geäußert, dass Hochseilgärten für ihn ein Leichtes seien. So, so!

Angeseilt und abgehangen

Langweilig war für unseren Paria-Kollegen wohl nur die Zeit, die der Trainer der Anlage benötigte, um unseren „Top-Sportler“ aus der Seilrutsche zu holen. Dort hing er nämlich ziemlich hilflos in den Gurten, nachdem er das Halteseil bei der Zielstation verpasste. Er rutschte die halbe Strecke zurück und kam dort auf offener Strecke weder vor noch zurück … Zeit genug, für ein bisschen Spot der Kollegin!

Später zeigte sich, dass er nicht der Einzige bleiben sollte, der die Hilfe der Trainer benötigte. Insgesamt riefen wir noch dreimal nach den Fachkräften, um einzelne Teilnehmer aus misslichen Situationen zu befreien.

Kluge Kinder mit kühlem Köpfchen

Bemerkenswert war für uns, dass die Kinder nicht in Panik gerieten, sondern sich absolut ruhig verhielten und den Anweisungen der Trainer genau folgten.

Insbesondere eine unserer jüngsten Teilnehmerinnen bei diesem Ausflug beeindruckte uns sehr. Naomi*, 10 Jahre alt, die erst ein paar Tage zuvor einen Hausbrand miterlebt hatte und seitdem kein eigenes Zuhause mehr hat, lenkte sich im Hochseilgarten mit den höchsten Herausforderungen ab.

Nachdem sie schon sehr viel Spaß auf den verschiedensten Routen durch den Park hatte, wagte sie sich an die schwierigste Strecke. Und dann passierte es: Sie verfehlte einen wackelnden Balken, rutschte ab und hing, hoch oben, in den Gurten. Doch sie gab nicht auf und wollte sich unbedingt allein aus ihrer misslichen Lage befreien. Dabei verhedderte sie jedoch so viele der herunterhängenden Halteseile, dass die herbeieilende Trainerin im Anschluss wirkliche Mühen hatte, sie da wieder heraus zu bekommen.

Wieder auf einer sicheren Plattform angekommen, bot die Trainerin an das Mädchen abzuseilen, denn die Beine zitterten aufgrund der Aufregung und der Entkräftung ziemlich. Aber nein! Naomi entschied sich dafür den Parcours zu Ende zu führen und stand dann, ca. 10 Minuten später, auch wirklich mit sichtlichem Stolz wieder auf festem Boden. Dort wurde sie natürlich erst einmal in den Arm genommen, gelobt und mit Essen und Trinken versorgt. Zum Schluss legten wir uns noch in den warmen Sand des Blackfoot-Strandes, redeten über dies und das und genossen die vielleicht letzten warmen Sonnenstrahlen des Jahres!

Freie Zeit für Kinder und Jugendliche in Köln

Mit unseren Angeboten möchten wir Kinder bestärken, auf sich selbst zu vertrauen! Unsere Paria-Kinder haben oft einen schweren Alltag – wir ermöglichen es ihnen, Freizeit – also wirklich freie Zeit von ihren Sorgen – zu erleben. Dabei bieten unsere Kolleginnen und Kollegen Gesprächsangebote, die kein Muss sind, jedoch angenommen werden, wenn die Kinder Vertrauen gefasst haben.

*Name geändert